Die Vorgeschichte

Nürnberger Tor Wer zum ersten Mal in Erlangen unterwegs ist, wird erstaunt darüber sein, wie viel in dieser Stadt geradelt wird. Und das nicht nur von Schülern und Studenten, sondern von jung und alt, von Angehörigen aller sozialen Schichten und zu jeder Tageszeit, zur Arbeit, zum Einkauf und zu anderen Alltagszwecken im Entfernungsbereich von wenigen Kilometern. Im gesamten innerstädtischen Verkehrsgeschehen werden inzwischen rund 30 Prozent aller Wege auf dem Fahrrad zurückgelegt. Nicht einmal im Winter verkümmert hier der Radverkehr zu einer Ausnahmeerscheinung.

Das hat zum einen sicher damit zu tun, daß die meisten Wegstrecken der Erlanger Wohnbevölkerung nicht über fünf oder sechs Kilometer hinausgehen und auch die Topographie der kleinen Großstadt die umweltfreundliche Verkehrsmittelwahl begünstigt. Zum anderen aber auch damit, dass der Radverkehr in den letzten Jahrzehnten gezielt und konsequent gefördert wurde. In den 70er Jahren waren die recht einseitig am Auto orientierten "Generalverkehrspläne" aktuell, in denen weder Fußgänger noch Radler und nicht einmal überall die Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel vorkamen. Damals schon, also lange vor der Einführung des Begriffs "Umweltverbund", beschloss der Erlanger Stadtrat 1977 in seinen Leitlinien zur Generalverkehrsplanung: "Es muss mit allen vertretbaren Mitteln versucht werden, das Verkehrsaufkommen stärker auf den öffentlichen Personennahverkehr, auf das Fahrrad und auf den Fußgängerverkehr zu legen." Heute würde man das eine auf Nachhaltigkeit gerichtete Verkehrspolitik nennen.

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